Spiel 23: Pierre Pagé Superstar

Schade, dass niemand mitgestoppt hat. Für die Rekordpressekonferenzen von Klaus Augenthaler und Hans Meyer hat es dann doch nicht gereicht, dazu war Tray Tuomie dann doch zu höflich. Diese Vorstellung des komprimierten Wahnsinns von Pierre Pagé aber war trotzdem grandios – und hatte ganz offensichtlich eine Vorgeschichte, die zunächst einmal nur dieser Blogeintrag erzählt. Weiter lesen

Spiel 21: Und der Hammer der geht so!

Das war also die ladies‘ night. Soso. Welch wunderbar flache Witzchen könnte man daraus konstruieren – wenn man denn nur wollte. Dieses unwirkliche 1:2 gegen den Neusser EV die Düsseldorfer EG hinterließ aber vor allem die ernsthafte Erkenntnis, dass eine Red Party pro Saison eine gute Idee ist, Eishockey-Nürnberg für weitere Motto-Abende aber noch nicht bereit zu sein scheint. Weiter lesen

Spiel 20: Der dreckige Sieg

Sieht gut aus und es gibt wenigstens keine Eigentore: Lasse, genannt Boris Kopitz, beim Tennis

Sieht gut aus und es gibt wenigstens keine Eigentore: Lasse, genannt Boris Kopitz, beim Tennis


Vergangene Saison hätten die Ice Tigers so eine Partie wie die gegen Iserlohn mit Sicherheit verloren. Mit 0:1, wie der Spielstand allen ernstes bis zum dritten Eröffnungsbully dort oben auf dem Videowürfel angezeigt werden musste. Oder mit 1:2 nach Verlängerung, oder, schlimmer noch, nach Penaltyschießen. Das wäre schade gewesen, weil sie dann nicht wieder herausgekommen wären, die Jungs, zum Feiern mit ihren Fans, die Kinder auf den Schultern. Sondern sie hätten sich wortlos in den Raum gegenüber begeben, in dem sich Yan Stastny ziemlich alleine, sagen wir, auf seine Art zentnerweise Gusseisen stemmend oder mit 1200 Watt im Schwungrad Woche für Woche über einen Sieg freut.
Das Fazit nach einem Spiel, das als irgendwie schwach und emotionslos in Erinnerung bleiben wird: die Ice Tigers sind endgültig eine Spitzenmannschaft. Warum? Weil nur Spitzenmannschaften das nötige Glück besitzen, um auch mal ein Spiel zu drehen und dreckig mit 2:1 (0:1, 0:0, 2:0) zu gewinnen.

Die Fakten: Der DEL-Zweite Nürnberg (20 Spiele, 40 Punkte, 65:51 Tore) schießt nur ein Tor (ausgerechnet Steven Regier), gewinnt aber trotzdem 2:1 gegen die Iserlohn Roosters (Vorletzter, 19 Spiele, 17 Punkte, 45:79 Tore), weil Lasse Kopitz die Scheibe unglücklich ins eigene Netz schiebt.

Die Wende: „Genau so ein blödes Ding haben wir gebraucht. Das war drin – und die Mannschaft hat richtig „Aaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhhhhh!“ gemacht“, sagte Tray Tuomie hinterher über die Wende, das 1:1 durch Steven Regier. Jari Pasanen, Iserlohns trauriger Coach, fand: „Ich wäre gern mit diesem 1:1 in die Overtime gegangen. Aber wir haben momentan nicht das Glück, das hat den Unterschied ausgemacht.“
Doch war es wirklich nur Glück? Und ist es nicht auch irgendwie eine Sorte von Glück, wenn der Gegner schon dutzende Male den Torschrei auf den Lippen hat, doch Yasin Ehliz dann doch noch einmal quer legt – in die Kelle eines Verteidigers; oder Yan Stastny zum Schlagschuss aufzieht, dann aber doch noch einmal quer legt – in die Kelle eines Verteidigers; oder Connor James zum Handgelenkschuss ansetzt, dann aber doch noch einmal quer legt – in die Kelle eines Verteidigers? Man könnte das ewig so weiterführen.
„Ja, ich glaube auch, dass wir viel zu wenig geschossen haben, das müssen wir ändern, unbedingt“, sagte Yasin Ehliz hinterher, den kleinen Sohn seiner Cousine an der Hand.
Also durfte ausgerechnet der die Wende herbeiführen, der zuletzt zweimal aufgrund der Ausländerlizenten vom Spielbogen gestrichen worden war: Steven Regier. „Für ihn freut es mich besonders, er ist nämlich ein Supertyp in der Kabine“, fand Ehliz. Regier traf zum 1:1 und löste gleichzeitig den „Aaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhhhhh!“-Seufzer in der Mannschaft aus, „die, wie sagt man auf Deutsch? Ah ja, die Erlösung“ (Tuomie).

Zitierfähig, eins: Tuomie: „Die waren, ich glaub, Letzter, oder?“ – Journalist: „Nicht ganz, Vorletzter.“ – Tuomie: „Ja, genau, immerhin. Und wir, ich weiß nicht genau, wo wir in der Tabelle stehen…“ – Journalist: „Zweiter“. – Tuomie: „Ja, genau…“

The good: Muss diesmal „the unfassbar good“ heißen: Jason Jaspers. Und das, obwohl er stets mit den unerfahrenen Spielern hinaus muss, nie dieselben Jungs in seiner Reihe hat. Jaspers muss führen, vorangehen, Vorbild sein, immer wieder, Spiel für Spiel. Er macht das hervorragend. Er läuft und läuft und läuft. Er kämpft und kämpft und kämpft. Nur er trifft nicht, nicht, nicht. Eine undankbare Aufgabe, die sich in seinem schwachen Scoring widerspiegelt. Gegen Iserlohn begann er mit Rupprich und Krüger, war mit Ehliz auf dem Eis, mit Pfleger, mit Pföderl. „Er spielt immer stark, Tag für Tag, aber heute war er besonders gut“, fand Tray Tuomie. Deshalb schickte er ihn auch aufs Eis in der letzten Spielminute, um die Führung zu sichern. Jaspers bedankte sich bei seinem Trainer, indem er einen Schuss blockte, mit dem Unterarm. „Ich habe ihn auf der Bank gefragt, weil er ja eigentlich Center ist, ob er Rechtsaußen spielen kann“, erzählte Tuomie. „Jaspers hat nur ja gesagt. Ich habe nochmal gefragt: Bist du dir sicher? Und er hat wieder ja gesagt. Also habe ich raus geschickt. Und jetzt, jetzt hat er so einen Flatschen auf dem Arm.“

Zitierfähig, zwei: „Richard Jares“, der alte Kanadier aus der Provinz Hradec Králové (die starting five werden verlesen).

The bad: Das zweite Drittel, in dem man den Eindruck hatte, den Ice Tigers wird an diesem Tag schrecklicherweise gar nichts mehr einfallen, um das Iserlohner Bollwerk zu knacken. „Wir konnten einfach nichts machen“, sagte Brett Festerling, „es gab ein Haufen Pfiffe der Schiedsrichter, wir konnten gar keinen Spielfluss und keinen Druck entwickeln. Dann hat auch das Publikum noch angefangen zu Pfeifen, weil das natürlich nicht gut aussah. Ja, vielleicht war das Mitteldrittel tatsächlich etwas langweilig.“ Das war es, Brett, das war es. Es war vielleicht das langweiligste Heimdrittel dieser Saison. Vielleicht hätten sie einfach das Fußball-Länderspiel irgendwann auf den Würfel projizieren sollen? Bester Beweis dafür war der Twitter-Eintrag von Roman Horlamus in Minute 38: „Ich würde gern mehr schreiben, leider passiert momentan sehr wenig Nennenswertes“. Kurz zuvor hatte er schon „Auf der anderen Seite die Roosters über Gödtel von der blauen Linie, sichere Beute für Weimar“ getwittert – es war die Geburt des sogenannten „Verlegenheits-Tweets“.

Zitierfähig, drei: „Ich möchte keinen Spieler herausheben, aber Jason Jaspers war mit Abstand unser bester Spieler“ (Tray Tuomie)

The ugly: Die Schiedsrichterleistung der Herren Schimm und Rohatsch, die sich die kuriosesten Pfiffe leisteten – etwa das Haken gegen David Printz, gleichzeitig aber klares Haken gegen Kaufmann übersahen. Ungeahndet blieb, um nur das Gravierendste zu nennen, das Foul an Pföderl (was hatte er ins Gesicht bekommen? Den Schläger? Den Ellbogen?) sowie die Clownnummer von Iserlohns Goalie Erik Ersberg, der einen Schuss auf die Maske bekam, daraufhin blitzschnell mit der Hand die Kinnschnalle löste, sich den Helm abnahm und auf das Eis warf. Dann behauptete der Schwede gestenreich allen ernstes, man habe sie ihm heruntergeschossen.

Unsung hero: Tyler Weiman. Danke, Weimsi, dass du heute mal nicht hinter deinem Tor herumgefahren bist!

In eigener Sache: Wann erbarmt sich denn endlich ein Spieler und nimmt anstelle seines Kindes mal den Lindners Andi auf den Arm, zur Ehrenrunde?

Spiel 18: Goldener Movember

Am Nachmittag ging im Eingangsordner der Sportredaktion der Nürnberger Nachrichten eine interessante eMail ein: Die Mutter von Mats Hummels (kein Witz) bat uns darum, „im Umfeld“ unserer Berichterstattung ein wenig dafür zu werben, dass auch das Bayerische Fernsehen neuerdings ein bisschen Eishockey überträgt. Auf meine Antwort bekam ich keine Reaktion mehr, wahrscheinlich war sie so begeistert von meinem Vorschlag, zunächst im Bayerischen Fernsehen ein wenig für die Eishockey-Berichterstattung der Nürnberger Nachrichten zu werben, dass ihr die Worte fehlten. Weil ich also davon ausgehe, dass die Mutter von Mats Hummels sicherlich alles Nötige bereits veranlasst hat: Die Essenz des 3:0 der Ice Tigers gegen den Augsburger EV kann man am Samstag angeblich irgendwann im Bayerischen Fernsehen begutachten, man wird dann sehen: ziemlich geile Schnurris und ein, jaja, ordentliches DEL-Spiel. Weiter lesen

Spiel 16: Rekordbesuch zur Roten Party

"da ist Reimer dann in so eine Drehbewegung hineingekommen…"

"da ist Reimer dann in so eine Drehbewegung hineingekommen…"

Das mit den Texteinstiegen ist ja immer so eine Sache. Als Journalist gilt es als Ritterschlag, wenn die Leser nach den ersten ein bis drei Sätzen bereits wissen, wer diesen Artikel nur geschrieben haben kann – ohne auf die Autorenzeile zu gucken. Gut, bei drei in Adrenalin-Überdosis aneinandergereihten Worten wie „Wahnsinn, begeisternd, unglaublich“ wird jeder Eishockey-Fan der Nürnberger Nachrichten es seit Anfang September tatsächlich wissen – allerdings nicht begleitet von feuchten Augen, sondern einem Kopfschütteln. Aber ich kann doch nicht über jedes Eishockeyspiel, das mich begeistert, wie gestern wieder diese Red Party, schreiben, als hätte ich an einer Klebstoff-Tube geschnuppert. Gestern aber, spätestens nach diesem unfassbaren Empty-Net-Goal von Eriksson aus 50 Metern Torentfernung, war ich wieder kurz davor, drei Superlative zu suchen. Die Pressetribüne, so voll wie nie (wann war der Kicker zuletzt mit zwei Kollegen da?), stand, Kollege Horlamus klatschte begeistert, Kollege Meyer lächelte, Kollege Fengler schoss wie ein Waffennarr auf der Shooting-Range mit seiner Fotokamera Bilder von der Jubelmenge. Meine Finger zitterten, die Knie wurden weich, das Kopfwörterbuch angeworfen: „A: Atemberaubend, Affengeil, Aufregend…“ – doch dann, zum Glück, kam John Laliberte und mit ihm die Vernunft zurück. Fünf Spiele, fünf Siege, lautet jetzt meine beeindruckende, redaktionsinterne Arena-Bilanz 2014. Und, ganz ehrlich, wen interessiert da schon ein Texteinstieg?

Die Fakten: Die Thomas Sabo Ice Tigers (Platz 2, 16 Spiele, 11 Siege, 34 Punkte, 53:29 Tore – Tyler Weiman, Goaliegott) besiegten den ERC Ingolstadt (Platz 4, 16 Spiele, 9 Siege, 26 Punkte, 47:47 Tore) vor unfassbaren 7557 Zuschauern mit 5:2 (1:0, 1:1, 3:1).

Das Fan-Zitat, Teil eins: „Ach du meine Güte, was ist denn da los?“ (deutlich als Eishockey-Debütant erkennbares Ehepaar auf den überfüllten Stufen vor der Arena, die selbst ausgedruckten Tickets fest in der einen, den Partner noch fester an der anderen Hand)

Die Wende: Tim Schüle erkennt einen schwachen Aufbaupass von links entlang der blauen Linie. Schüle tritt in die Schlittschuhe, als gelte es, geerntete Weintrauben zu Rebensaft zu stampfen. Schüle beugt sich nach vorn, verlagert den Körperschwerpunkt, als müsse er seinen plötzlich in reißende Fluten gestürzten Hund retten. Er fährt den Stock aus, fährt der Scheibe hinterher wie ein Irrer, saust allen davon, ganz allein in Richtung gegnerisches Tor. Markus Janka, schon auf dem Weg heraus aus seinem Tor, sieht diesen losgelassenen Tiger heranjagen. Er bekommt es urplötzlich mit der Angst zu tun, Sturzbäche Schweiß jagen unter der Maske hervor, die Augen weiten sich, Janka dreht um, allen ernstes, zieh sich zurück in seinen Kasten. Wäre ein Baum da gestanden, Janka wäre hochgeklettert. „Zum Glück“, sagt Schüle später, den Boxgürtel über der Schulter, „hat der Goalie umgedreht“. So kann er den Puck aufnehmen, noch zwei, dreimal vor sich herschieben und ihn dann irgendwie „mit viel, viel Glück“ (Schüle, Tuomie, Caldwell, Sundblad) zwischen Schoner und Pfosten am armen Janka vorbei ins Tor drücken. Es ist das 2:1, in Unterzahl. „Das war der Genickbruch“, wird Sundblad später sagen. „Das war ein ganz, ganz wichtiges Tor, das wichtigste heute“, wird Tuomie später sagen. „Es war viel, viel Glück“, wird Schüle nochmal bescheiden sagen. Es war die Wende, sagen wir.

Spruchreif, Teil eins: (Caldwell guckt verdutzt, dreht den Kopf zur Seite, spuckt einen dicken, braunen Klumpen Snooze auf den Boden, dann:) „Wirklich? Kaufmann war doch immer da…“ (Caldwell versteht die Frage des Kollegen Jennemann falsch und wundert sich, warum der behauptet, nach einer angeblichen Kaufmann-Sperre von vier Spielen sei nun mit Kaufmann endlich die Wende eingekehrt)

The good: Dass Yan Stastny mitspielt, bemerkte ich erst, als er im ersten Powerbreak (gab es davor, abgesehen vom Führungstor, überhaupt eine Unterbrechung?) die Scheibe beim Referee ablieferte. Spielte dann im zweiten Drittel einen unfassbar starken Pass hinter seinem Rücken um den ganzen Körper herum und deutete in diesen Sekunden mal wieder an, was für ein Wahnsinnsspieler er sein kann. Hielt sich sonst aber aus allen Zweikämpfen deutlich heraus, spielte so Eishockey, wie ein Vater nach acht Stunden Arbeit seinen Kindern den Gefallen tut, hinter dem Haus auf dem Weiher noch ein bisschen mitzuspielen. Auch beim Feiern mit den Fans kam Stastny wieder nicht mit aufs Eis. Man hatte den Eindruck, Stastny hat das, was man als Letztes beim Eishockey haben darf: Angst. Angst um sein Knie? „Ich weiß nicht, kann sein“, sagte Tuomie. „Ich fand aber nicht, dass er sich aus allem rausgehalten hat. Im Gegenteil, er ist doch ein paar Mal durch die Bande gegangen und wurde da hart gecheckt.“ Naja, Tray…

Spruchreif, Teil zwei: „Brutal, vor so einer Atmosphäre, die wir lang nicht mehr hatten hier in Nürnberg, macht es noch mehr Spaß als sonst“, Yasin Ehliz mit einem breiten Grinden im Gesicht nach der Ehrenrunde und einem „Humba-Humba-Tänzchen auf dem Eis).

The bad: Ganz ehrlich: Wer schaut sich so etwas denn freiwillig an? Ein in ein albernes Robin-Hood-Kostüm gestecktes Bürschchen mit Küflein an den Füßen, dazu Streicher und Harfe statt E-Gitarren und Schlagzeug, Fummeln statt Faustschlag. Die Halbzeitshow mit den deutschen Meistern im Eiskunstlauf war nett gedacht, aber ähnlich wie Dressurreiten im Fußballstadion hat das nichts in Eishockeystadien verloren. Schon gar nicht in der Halbzeit eines intensiven, begeisternden Derbys. Als Robin Hood das Eis betrat, hatte sich der Kollege von den Eishockey-News noch gewundert: „Der Marco Pfleger hat sich aber schnell umgezogen…“ Wenige Sekunden später hatte er sich in die Presseloge verdrückt.

Spruchreif, Teil drei: „….“ (Pucki kauert fix und fertig im Gang zur Kabine. Atemwölkchen stoßen aus dem Maul heraus, die Ärmchen hängen herab, der große Kopf ist nach vorn gesackt. Da ist jemand ganz, ganz schlecht in Form.)

The ugly: Gab es nicht. Jason Jaspers konnte nichts für den Schuss ins Gesicht von Michel Periard („Das ist schon wieder ok, ihm geht’s wieder gut“, Trainer Sundblad), ebenso tat sich niemand als böser Rächer hervor. Das heißt: Nur einmal. Ryan Caldwell rächte sich mit einem fairen, aber harten Check für die erste Strafzeit des Spiels, gegen Marcus Weber wegen Stockschlags. Wir und Caldwell fanden nämlich: Schwalbe. Ach so, ja eben, ein Satz zu Marcus Weber! Vor dem 1:1 vertändelte der solideste aller Soliden die Scheibe. Wir rieben uns die Augen: War das der Weber Marcus? Es sei ihm verziehen, es war sein erster Fehler im 16. Spiel!

Das Kollegen-Zitat, Teil eins von eins: „Fandst du nicht auch, dass vor dem 1:1 ein Foul an Reimer passiert ist?“ – Fünf Kollegen schauen irritiert von ihren Blöcken auf, auch Tray Tuomie weiß nicht, wie er reagieren soll: „Ähm“, sagt der Trainer dann etwas verwirrt, „ein Foul?“ – „Naja, er kam dadurch in so eine Drehbewegung rein…“ (Kollege L. hebt die Arme wie zum Chickendance und deutet eine Drehbewegung an) Die Kollegen schauen betreten zu Boden. „Das hat dann Ingolstadt in eine drei-auf-eins-Situation gebracht…“ – „Ach so, ja…“, Tuomie ist weiter verwirrt, versucht aber, bestmöglich aus der Nummer rauszukommen, „kann sein. Vielleicht war es ein Foul, ja“. Kollege L. nickt begeistert, das Fachgespräch ist beendet.

Unsung hero: Endlich ist er wieder da, endlich kracht wieder die Bande, endlich ist es wieder einem Verteidiger egal, wo die Scheibe ist – gecheckt wird, was ihm in den Weg kommt, mit der Wucht eines Eisbrechers. Es macht einfach Spaß, ihm zuzusehen, ein Hauch NHL auf deutschem Eis. Er ist diese Spur rücksichtsloser als Brett Festerling, der für einen hard checking guy im Vergleich mit Caldwell auch diesen Robin Hood Anzug tragen könnte (naja gut, das war des Gags wegen übertrieben). Schade nur, dass Caldwell im Aufbau einige Male unkonzentriert zu Werke ging. Einige Scheibenverluste und eine Strafzeit, als er mit einem Stockschlag den Lapsus korrigieren wollte, kostete das.

Das Fan-Zitat, Teil zwei: „Na, das war doch toll, oder? Wollen wir da nochmal hin?“ (Nach dem Spiel, in den Katakomben der Arena, ein Vater, offensichtlich Eishockey-Debütant, zu seinem Sohn, der ein Eis schleckt. Der Sohn nickt begeistert.)