Spiel 40: Ein Punkt zu wenig (für Iserlohn)

Ach, großartiger Devid Striesow, warum haben Sie sich nur an diese Ignoranten vom Saarländischen Rundfunk verkauft. Was für ein Klamauk. Wie, hier geht’s gar nicht um den Tatort? Eishockey? Mit den Ice Tigers? Ach, nee…

Die Fakten: Das 1:2 (0:0, 1:0, 0:1, 0:0, 0:1) der Thomas Sabo Ice Tigers  (Platz 10, 40 Spiele, 56 Punkte, 118:125 Tore) gegen die Iserlohn Roosters (Platz 12, 40 Spiele, 55 Punkte, 107:122 Tore) nach Penalty-Schießen war die fünfte Niederlage in Folge. Bengt-Ake Gustafssons Punkteschnitt (1,4 pro Spiel) nähert sich damit dramatisch dem von Jeff Tomlinson (1,36) an. Vom Toreschnitt und von der Power-Play-Quote will ich gar nicht erst wieder schreiben müssen.

Zitierfähig, Teil eins von einem: “Mit nur einem Tor ist es schwierig zu gewinnen.” (Wie oft hat Bengt-Ake Gustafsson diesen Satz jetzt schon sagen müssen. Ich habe erstmals seit zehn Jahren den gemütlichen Teil der Pressekonferenz geschwänzt, weil ich es nicht ertragen konnte, wie sich dieser honorige Fachmann weitere Durchhalteparolen einfallen lassen muss. Der Schwede ist ein großartiger Trainer, aber in Nürnberg der falsche Mann zum falschen Zeitpunkt. Weitere Zitate gibt es heute nicht, auch weil die aufschlussreichen Gespräche bei den Ice Tigers derzeit nur unter Voraussetzung geführt werden, dass daraus eben nichts an die Öffentlichkeit kommt.)

Die Statistik: Patrick Reimer hat seit dem 11. Januar nicht mehr getroffen, Connor James und Jason Jaspers seit dem Winter Game, Steven Reinprecht seit dem 30. Dezember des Vorjahres, Eric Chouinard seit dem 28. Dezember und JamePollock seit dem 21. Dezember nicht mehr (so ähnlich steht das auch in der Montagsausgabe der NN, Pardon). So viel Talent in dieser Mannschaft, so wenig Tore – bei fünf dieser Spieler liegt das nicht an mangelndem Engagement.

Die Wende: Was ist da in der zweiten Drittelpause passiert? Iserlohn kam heiß aus der Kabine, Nürnberg tiefgekühlt. Fünf Minuten mussten die Roosters ein wenig auf das Tempo drücken, das reichte zum Ausgleich. Letztendlich haben die Gäste mit zwei Punkten einen zu wenig geholt. Nach einem starken zweiten Drittel genügte ein Rückschlag, um die Ice Tigers auszuknocken. Hätte Iserlohn da nachlegen können, wäre uns allen diese (von Reimers Alleingang mal abgesehen) grotesk ereignislose Verlängerung erspart geblieben.

Guter Stil: Kein schlechtes Wort über diese Schiedsrichter, vielleicht lag es daran, dass ein Gast aus der Schweiz auf dem Eis war.

Schlechter Stil: Eric Chouinards Talent, in 65 Minuten niemanden berühren zu müssen. Gustafsson wiederholt eigenartige Entscheidung, Reimer Penalty schießen zu lassen (ein Torjäger, ein tadelloser Sportsmann, natürlich, aber gegen seine Bruder? Nachdem er kurz zuvor einen Alleingang ziemlich kläglich vergeben hat?). Steven Reinprechts Leistung. Jame Pollocks Aufbaupässe. Egal, suchen Sie was Unschönes aus.

Unsung hero: Brett Festerling war nicht weniger als saustark. Gute Schüsse, sichere Pässe, starkes Stellungsspiel, ein schöner Check gegen den Schweizer Schiedsrichter. Wenigstens ein Lichtblick an diesem düsteren Abend.

6 Kommentare in “Spiel 40: Ein Punkt zu wenig (für Iserlohn)

6 Comments
  1. Schlechter Stil: Eric Chouinards Talent, in 65 Minuten niemanden berühren zu müssen. Gustafsson wiederholt eigenartige Entscheidung, Reimer Penalty schießen zu lassen (ein Torjäger, ein tadelloser Sportsmann, natürlich, aber gegen seine Bruder? Nachdem er kurz zuvor einen Alleingang ziemlich kläglich vergeben hat?). Steven Reinprechts Leistung. Jame Pollocks Aufbaupässe. Egal, suchen Sie was Unschönes aus.

    Unsung hero: Brett Festerling war nicht weniger als saustark. Gute Schüsse, sichere Pässe, starkes Stellungsspiel, ein schöner Check gegen den Schweizer Schiedsrichter. Wenigstens ein Lichtblick an diesem düsteren Abend.
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    wie bitte? Wo hat Reimer heute gegen “SEINE BRUDER” einen Penaltie geschossen?

    Und wo war Festerling saustark? Muss wohl Ironie sein…

  2. @Lenz
    Reimer war Reimer natürlich im Spiel gegen München gegenübergestanden. Ja, das hätte man verständnishalber hinzufügen können.

    Und, nein, das war keine Ironie. Brett Festerling hat sehr solide gespielt und genau das, was man von ihm erwarten darf. Allerdings musste auch ich meine Erwartungen seit Sommer etwas anpassen, Festerling ist kein Zwei-Wege-Verteidiger, könnte sich über die Jahre noch zu einem solchen entwickeln. Geht er den einen Weg aber weiterhin so konsequent, muss er das auch gar nicht. Guter Spieler, der (vielleicht auch nur im Vergleich zu allen anderen am Sonntag) saustark war.

  3. festerling ist in meinen augen der stärkste icetigers verteidiger ohne scheibe, der geht richtig gut auf den körper, einer, den der gegner spürt.
    mit puck wirds aber ziemlich schnell ziemlich wenig …

  4. Und am Sonntag war er eben auch mit der Scheibe der stärkste Ice Tigers-Verteidiger (was, ich weiß, bei den Vergleichsmöglichkeiten auch nicht sehr schwer ist). Nicht ohne Grund hat ihn BAG in wichtigen Situationen (PP mal ausgenommen, da darf sich im Zweifel Rob Leask verlustieren #dassollmirmaleinererklären) aufs Eis geschickt und in der letzten Minute nicht auf die Bank zurück gelassen.

  5. Festerling in der Verfassung vom Sonntag ist ohne Zweifel ein positiver Aspekt. Dippi übrigens auch:-) . Ansomsten hab ich langsam das Gefühl, dass bei einiigen neben der Einstellung auch die Kraft fehlt. Beim Stickhandling, Körpereinsatz und beim Antritt lässt die doch oft im 3. Drittel nach.

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