Spiel 32: Ciao Cherno…

Vielen Dank auch, Herr Chernomaz. Weil die sympathisch-unsympathische Axt von Manitoba seine letzte Rede auf die Probleme eines DEL-Trainers im Allgemeinen und die Probleme eines Trainer des ERC Ingolstadt im Speziellen ein wenig länger hinauszog, hat der Blogger jetzt den Anfang des Münchner Tatorts verpasst. Dafür war das Spiel ziemlich, nunja, geil. Die Fakten: Die Thomas Sabo Ice Tigers (7. Platz, 49 Punkte in 32 Spielen, 103:101 Tore) haben mit dem 5:3 (1:1, 3:1, 1:1) beim ERC Ingolstadt (6. Platz, 50 Punkte in 33 Spielen, 103:98 Tore) die zweieinhalb-jährige Dienstzeit Rich Chernomaz‘ als Trainer der Panther beendet. Das ist allein die Spekulation des Bloggers und beruht keineswegs auf Fakten oder Recherchen. Und: Fabian Hinrichs ist ein Spitzenschauspieler.

Zitierfähig, Teil eins: „Das habe ich den Spielern gerade eben auch gesagt: Diese Liga macht einem das coachen nicht leicht. Es fehlt einem einfach an Optionen, wenn Spieler entscheiden, dass sie sich nicht regelmäßig einbringen wollen, wenn Spieler lieber ihre eigene Richtung einschlagen und nicht der Richtung des Teams folgen. Und da spielt es keine Rolle, ob ich oder jemand anderes hinter der Bande steht.“ (Rich Chernomaz auf die Frage, ob er denke, auch im neuen Jahr noch Trainer des ERC Ingolstadt zu sein. Zuvor hatte er bereits eine Blut- und Schweiß-Rede gehalten. Ziemlich beeindruckend – und beinahe wirkte er dabei sogar sympathisch, aber nur beinahe. Die gesamte Szenerie aber wirkte so wie die letzte Pressekonferenz mit Chernomaz als Trainer des ERC – schade eigentlich, Unterhaltungspotenzial besaß der Mann immer)

Die Statistik: Nürnberg 36, Ingolstadt 18. Das sind, vertrauen Sie dem Blogger, doppelt so viele. Schüsse. Bedauerlich ist das zunächst einmal für die Statistik von Tyler Weiman, der allerdings erneut einen sehr souveränen Eindruck hinterließ und als einziger Ice Tiger den Wunsch der Fans nach einem wiederholten Erscheinen erfüllte. Vor allem beweist die 18, wie dominant diese Mannschaft aufzutreten in der Lage ist, wenn sie, wie das Bengt-Ake Gustafsson mantraartig einfordert, die kleinen Dinge richtig macht. Gegen Wolfsburg war das einfach fürchterlich, in Ingolstadt einfach herrlich mitanzusehen. Schnelle, simple Aufbaupässe, schnelle präzise zweite Zuspiele wie vor dem 2:1 von Patrick Reimer auf Casey Borer. Einfache Befreiungen, wenn ein Aufbaupass nur kompliziert möglich war. Das perfekte Auswärtsspiel – vor allem auch in der Kontrolle des Tempos. Jetzt ist er tot, der Hinrichs, na, wunderbar.

Zitierfähig, Teil zwei: „That was a fucking long press conference.“ (Tray Tuomie hatte sich schon Sorgen um Bengt-Ake Gustafsson gemacht)

Die Wende: Komischerweise bereits Yan Stastnys 2:1 hat das im ersten Drittel noch engagierte und gefällige Ingolstadt gebrochen. Chernomaz hat das in der fucking long press conference versucht zu erklären. Ändern will er es mit künftig zwei Trainingseinheiten pro Tag. Arme Eishockey-Profis, aber vielleicht werden sie ja durch einen Trainerwechsel verschont.

Guter Stil: Yan Stastny war in Ingolstadt endlich wieder: Yan Stastny. Und nicht jener ihm täuschend ähnelnde Spieler, der sich in den letzten Spielen das Trikot des US-Amerikaners spazieren gefahren hat. Stastny war bissig, defensiv verantwortlich. Es war einfach eine Freude ihm zuzusehen.

Schlechter Stil: Auf diese Schiedsrichter kann man sich nun überhaupt nicht verlassen. Keine Fehlentscheidung, keine Slapstick-Einlagen, kein arrogantes Auftreten, keine Diskussionen – man hat nicht einmal gemerkt, dass Schiedsrichter beteiligt waren. So eine Sauerei und so wirklich passt das auch nicht in diese Rubrik. Bleibt dieser grauenvolle Panther-Song, den wirklich niemand mitsingen wollte und die Ungeduld der Fans, die schon Mitte des Mitteldrittels zu pfeifen begannen.

Nicht dabei: Patrick Buzas, Evan Kaufmann und Peter Lindlbauer, der zwar pumperlgesund war, aber nicht mehr auf die Bank passte.

Unsung three stars: Vitalij Aab? Second star – ernsthaft? Da hat sich aber einer große Mühe gegeben. Casey Borer war überragend, Yasin Ehliz das Vorbild in Sachen Zug zum Tor, Sven Butenschön ein wenig wacklig, aber konsequent, und Connor James wieder: Connor James. Steven Reinprecht machte die kleinen und die großen Dinge richtig. Nahezu alle Ice Tigers konnten überzeugen – auch Aab. Zu den unbesungenen Drei aber schaffen es: Borer, Reinprecht und Hinrichs, äh, James. Selten hat es einem der Kollege von den Eishockey News so leicht gemacht.

Wir sehen uns im neuen Jahr – im Frankenstadion (guter Tatort übrigens).