Spiel 32: Ciao Cherno…

Vielen Dank auch, Herr Chernomaz. Weil die sympathisch-unsympathische Axt von Manitoba seine letzte Rede auf die Probleme eines DEL-Trainers im Allgemeinen und die Probleme eines Trainer des ERC Ingolstadt im Speziellen ein wenig länger hinauszog, hat der Blogger jetzt den Anfang des Münchner Tatorts verpasst. Dafür war das Spiel ziemlich, nunja, geil. Weiter lesen

Spiel 31: Glücklich oder effizient?

Das wird nun kaum jemand verwundern, aber der Blogger zweifelt an seiner Kompetenz: War dieses 4:2 gegen Wolfsburg nun ein mieses, eher zufälliges gewonnenes Spiel (wie hier beschrieben) oder ein cleverer, weil geduldig erarbeiteter Sieg, so wie ihn der Olympiasieger darstellt? Weiter lesen

Spiel 29: Der Ehliz-Hattrick

Ah, falsche Marke, trotzdem herrlich, so ein Weihnachtsweizen. Dagegen sind so ein Christian „red light“ Oswald am Abend, eine indiskutable Leistung von Eric Chouinard und wie gewohnt David Wolf nur schwer zu ertragen. Ansonsten war es aber ganz nett, dieses Weihnachtsspiel. Weiter lesen

Spiel 26: Alter Schwede

Die NHL holt ihre Spieler nach Hause. Wir können das Wort Lockout allmählich wieder aus unserem aktiven Wortschatz streichen. Die Eisbären Berlin brauchen zwei neue Ausländer. Der EHC München kehrt zurück auf die Erde. Die Ice Tigers machen nie wieder Fehler. Bengt-Ake Gustafsson führt Nürnberg wie alle seine Vorgänger ins Viertelfinale. Alles wird gut, oder? Weiter lesen

Spiel 24: Nur Reimer zeigt seine Qualität

Gut, es waren haarsträubende Abwehrfehler, die Verteidigung war – Tyler Weiman, der bei keinem einzigen der drei Gegentore irgendetwas halten konnte, ausgenommen – wieder einmal überaus anfällig. Nach einigen Spielen, in der die Defensive gefestigter schien, ist sie jetzt wieder löchrig und fehleranfällig. Trotzdem haben die Tigers gekämpft wie die Löwen. Und sie haben einmal mehr dank der individuellen Klasse eines Patrick Reimers, der momentan leider als einziger kompromisslos vor dem Tor agiert, einen 0:2-Rückstand wieder aufgeholt – nur am Ende eben den einen Fehler zu viel gemacht und noch 2:3 verloren. Muss man deshalb einen Trainerrauswurf fordern? Im 24. Saisonspiel? Bei dem Verletztenstand? Natürlich und selbstverständlich: nicht!

Die Fakten: Die Thomas Sabo Ice Tigers (24 Spiele/34 Punkte, 81:81 Tore, 10.) unterliegen mit 2:3 (0:1, 1:1, 1:1) den Hannover Scorpions  (23 Spiele/38 Punkte, 61:59 Tore, 8.).

Zitierfähig, Teil eins: „Maris Jass“ (Aushilfs-Hallensprecher Andi Lindner teilt dem Publikum mit, dass die Nummer 17 der Gäste zwei Minuten wegen Beinstellens erhält. Er spricht den Namen des Letten aus, als stamme dieser nicht aus Daugavpils, sondern aus dem tiefsten Texas).

Die Statistik: Nichts ist bezeichnender für diesen verrückten Abend in der Arena, als alle Statistiken des ersten Drittels zusammen. Man nehme also 1.) die Torschüsse (Ice Tigers 15, Scorpions 6); 2.) die gewonnenen Bullys (Ice Tigers 14, Skorpions 5); 3.) die Strafminuten (Ice Tigers 2, Scorpions 6) und stelle die gesammelten Infos in Relation mit dem Zwischenstand nach 20 Minuten (Ice Tigers 0, Skorpions 1). Ganz schnell wird klar: Da stimmt doch was nicht?

Die Wende: Hatte man zumindest kommen sehen. Nach dem Ende des zweiten Drittels drohte erst einmal eine Katastrophe: Erst musste Steven Rupprich wegen eines Checks gegen das Knie zwei Minuten absitzen. Zu allem Übel gesellte sich nur 70 Sekunden später Jamie Pollock zu ihm auf die Strafbank (Crosscheck) und so ahnte man sehr, sehr Böses – zumal es als selbstmordverdächtig gilt, Hannover auch nur eine Überzahl zu gönnen (wie spätestens nach dem 0:1 zu lernen war). Doch: „Das Penaltykilling bei drei gegen fünf haben wir hervorragend gemacht“, lobte Trainer Jeff Tomlinson hinterher zu recht. Das war nicht nur großartig, sondern auch gleichbedeutend mit einer Injektion hochdosierten Selbstbewusstseins – Pollocks Schlänzer wird kurze Zeit später abgeblockt, springt vor die Kelle von Reimer, der Kapitän zieht aus spitzem Winkel ab – 1:2. Der gebürtige Nürnberger Gerrit Fauser fährt im eigenen Drittel mit der Scheibe am Stock solang irrlichternd herum, bis sich Reimer erbarmt, ihm den Spielgummi wegnimmt, Goalie Dimitri Pätzold köstlich austanzt – und zum 2:2 trifft. Ärgerlich nur, dass Andreas Morczinietz fünf Minuten später noch das „Game winning Goal“ für Hannover gelingt.

Zitierfähig, Teil 2: “Guten Abend, meine Herren. Die Partie heute hatte für mich Playoffgeschmack. Beide Teams waren voller Energie, beide Goalies unheimlich stark – gerade deshalb ist das glückliche 3:2 für uns ein Hammerergebnis. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.“ (Hannovers Coach Igor Pavlov, dessen Kopf in einem riesigen, rosa Hemdkragen steckt, in der Pressekonferenz)

Guter Stil: Patrick Reimer ist seit dem Deutschlandcup in bestechender Form. Reimer spielt, wie Tomlinsons schon nach dem Düsseldorfspiel sagte, endlich wieder wie Reimer. Mehr ist dazu nicht zu sagen. Der Kapitän war auch gegen die Skorpions unheimlich aggressiv, war der einzige der vermeintlichen Leistungsträger, der die Mannschaft nach dem 0:2 wieder aufrichtete, mitriss und nicht zuletzt mit seinen zwei Toren, noch dazu einem sehr abgezockten zweiten Treffer, zurück in dieses Spiel brachte. Ihm dürfte die Niederlage daher besonders weh tun. „Reimer hat heute seine Qualität gezeigt“, sagte Jeff Tomlinson anerkennend. „Es kann aber nicht sein, dass da immer nur ein Patrick Reimer alleine ist.“

Schlechter Stil: Gibt es diesmal gleich zweierlei – einmal auf dem Eis und einmal auf der Tribüne.
Auf dem Eis: Was Yan Stastny und Eric Chouinard abgeliefert haben, hat nur noch sehr wenig mit ihrer gezeigten Leistung von vor wenigen Wochen zu tun. Müde, uninspiriert, körperlos, fast gleichgültig – so der Eindruck über die beiden Führungsspieler. Auch der Trainer fordert mehr von seinen Leadern – und meint damit nicht nur Tore. „Ein Leistungsträger macht auch mal den Mund auf, richtet die Jungs auf – da kommt nichts. In der Kabine und auf dem Eis ist das viel zu still“, klagt Tomlinson. Zudem bemängelt er, dass Stastny viel zu lange auf dem Eis ist, noch dazu für sein offensives System. „Da dürfen wir nicht länger als 30, 40 Sekunden auf dem Feld sein. Das weiß Yan, trotzdem bleibt er 80 Sekunden, 90 Sekunden – das ist falscher Ehrgeiz. Er übersäuert so nur seine Muskulatur.“ Und das macht auch den Trainer sauer.
Auf der Tribüne meldeten sich nach der Schlusssirene erstmals (zum Glück nur) wenige Zuschauer lautstark zu Wort, die ihrer Enttäuschung über die Niederlage mit lauten „Tomlinson raus“-Rufen Luft machten. „Ich habe absolutes Verständnis für die Fans, sie zahlen viel Geld um uns zu sehen, arbeiten die ganze Woche hart und sind dann enttäuscht, wenn wir nicht gewinnen“, so Tomlinson. Die Rufe gegen seine Person habe er aber nicht gehört und kann sie auch nicht nachvollziehen: „Ich kämpfe jeden Tag sehr hart für den Erfolg und gebe wirklich alles dafür. Aber momentan kann ich wenig ändern und wenig eingreifen – das Team stellt sich aufgrund der vielen Verletzten sozusagen von selbst auf.“  Außerdem sei die Saison noch lang genug: „Wir werden das drehen, aber wir brauchen mehr Zeit. Wir haben gute Qualität. Und wir werden am Ende nicht da stehen, wo wir jetzt stehen.“

Zitierfähig, Teil drei: „Ein 0:2 ist scheiße. Das kostet hier (zeigt auf seinen Kopf) und da (zeigt auf seinen Oberschenkel) zu viel Kraft… viel zu viel Kraft.“ (Jeff Tomlinson über den 0:2-Rückstand)

Nicht dabei: Vitalij Aab, Evan Kaufmann, Steven Reinprecht, Brett Festerling, Patrick Buzas.

Unsung two stars: Ein Sonderlob haben sich gegen die Scorpions Jason Jaspers und Marco Nowak verdient. Beide arbeiteten sehr engagiert, gewannen viele Zweikämpfe. Auch als es zeitweise körperlich sehr hart wurde, die Tigers die Scheibe lange nicht aus ihrer Zone bekamen, rackerten und ackerten die Beiden unermüdlich, bis sie, oft mit letzter Kraft, den Puck doch noch für ihre Mannschaft aus der Gefahrenzone klären konnten. Außerdem wieder mit aufsteigender Leistungskurve: Ryan Bayda und Tyler Weiman.