Spiel acht: Mach den Bibo!

Selten ist es dem Blogger so schwer gefallen, einen seriösen Text über ein Eishockey-Spiel zu schreiben (das war vielleicht nicht die beste Lösung dieses Problems). Und viel übrig geblieben ist auch nicht, weil die Anzahl derer, die nach Niederlagen Auskunft geben, überschaubar ist. Immerhin: Der Trainer hält sich mit Kritik nicht zurück. Und dann war da noch die Sache mit dem großen gelben Vogel.

Die Fakten: Die Thomas Sabo Ice Tigers (8 Spiele/13 Punkte, 27:24 Tore, 8.) verlieren mit dem 1:3 (0:1, 1:1, 0:1) gegen den EHC München  (9 Spiele/10 Punkte, 10:15 Tore, 10.) ihr zweites Heimspiel und insgesamt die dritte Partie in Folge.

Zitierfähig, Teil eins: „Handpass. Das ist ein Handpass. Hey, Handpass.“ (Jeff Tomlinson versucht vor dem zweiten Münchner Treffer Kontakt mit Schiedsrichter Daniel Piechaczek aufzunehmen. Piechaczek hat übrigens nichts geantwortet, sondern ein wenig später einfach auf Tor entschieden)

Die Statistik: Yasin Ehliz hat getroffen und damit mehr Tore erzielt als Jason Jaspers, Steven Rupprich und Patrick Buzas zusammen. Wie so oft hat in einem miesen Spiel allein derjenige jubeln dürfen, der stets seine Leistung bringt. Beim hier bereits ausgiebig gelobten Jaspers hat man heute dagegen exemplarisch gesehen, warum bei ihm immer noch die Null steht.

Die Wende: Ekbom checkt Pföderl, Plexiglas zerspringt. Nun hat es nur erstaunliche fünf Minuten gedauert, den Dreck wieder wegzumachen, die Ice Tigers aber hatten ihren mühsam erspielten Schwung trotzdem schon wieder verloren. Danach wurde Felix Petermann noch einmal angeschossen, holte sich Marco Nowak doch noch einmal vier weitere Strafminuten ab.

Zitierfähig, Teil 2: „…war ein gutes Spiel by meine Mannschaft. Das Kämpfniveau war hoch, die Ice Tigers haben viel, viel Drück gemacht. Die Pause helped us a little bit.“ (Pat Cortina, neuerdings auch Bundestrainer – von Deutschland, wohlgemerkt)

Guter Stil: Ty Morris, die Wiedergeburt von (props to Peter) Carl Racki/George Finn, zumindest aber von Mike Ricci.  Was Sinnvolleres wollte mir da heute nicht einfallen.

Schlechter Stil: Die Reaktion mancher Ice Tigers-Spieler auf harte, aber faire Münchner Checks. Manche Spieler konnten und wollten heute nichts einstecken. Interessantes psychologisches Phänomen, denn noch vor zwei Wochen konnte man derlei Szenen nicht beobachten.  „München war uns heute physisch überlegen“, sagt Tomlinson. Und: „Wir warten darauf, dass unsere (potenziell) besten Spieler auch unsere besten Spieler sind.“

Nicht dabei: Tomlinson war vor dem Spiel im Rehabilitationszentrum – „um die andere Hälfte meiner Mannschaft zu sehen“. Peter Lindlbauer meldete sich eindrucksvoll in Bad Tölz zurück. Vitalij Aab ist noch lange verletzt. Patrick Buzas könnte am kommenden Wochenende wieder spielen. Tim Schüle musste nach dem Warmspielen abwinken, Brett Festerling im Schlussdrittel – beide sind sehr fraglich für Sonntag. Und was ist eigentlich mit Yan Stastny? Muss man sich ob dieses Fotos Sorgen um den Ausnahmestürmer machen?

Nebenbei: Am Samstag erscheint sowohl in den Nürnberger Nachrichten als auch in der Nürnberger Zeitung ein großes Interview mit Thomas Sabo, in dem sich der Eigner unmissverständlich zu Lockout-Spielern in der DEL äußert. Ein Kauf lohnt sich.

Unsung three stars: Da hat sich heute wirklich niemand angeboten.

Mach den Bibo:

YouTube Preview Image

 

1 Kommentar in “Spiel acht: Mach den Bibo!

  1. herzlich willkommen in der derzeitigen nürnberger eishockeyrealität ! zugegeben, münchen ist zwar spielerisch extrem limitiert, nichts desto trotz sehr diszipliniert und taktisch sehr clever eingestellt, unterm strich einfach eine truppe, die sich nicht so einfach abschiessen lässt.
    wie schon beim blog vorher geschrieben, ist es mit dieser mehr als runderneuerten mannschaft sehr schwierig, wenn so viele angeschlagene und verletzte spieler in der mannschaft sind. trotzdem mache ich mir im moment schon so meine gedanken über einige der potentiellen leistungsträger:
    reimer: kämpft verbissen, hat aber derzeit nicht den zug zum tor, der ihn immer ausgezeichnet hat
    chouinard: ist und bleibt center, fehlbesetzung auf dem flügel
    jaspers: bisher eine sehr mäßige vorstellung im nürnberger trikot
    stastny: hat zu beginn eine sehr durchschnittliche leistung gezeigt, danach verletzt

    klar, welche mannschaft in der del kann es verkraften, wenn so viele leistungsträger weit unter wert spielen ?! wird spannend in den kommenden tagen, was tomlinson unternimmt, um die truppe wieder auf die spur zu bringen …

Kommentare geschlossen.