Spiel 4: How're U doing, Roland Aumüller?

Aumüller rein, zumindest wenn er so pfeift wie beim bemerkenswerten 3:2 der Ice Tigers gegen die Straubing Tigers. Sie wollen noch mehr unpopuläre Sätze lesen und erfahren, was Tyler Weiman von dem armen Schiedsrichter wissen wollte? Dann klicken Sie hier:

Die Fakten: Die Thomas Sabo Ice Tigers (4 Spiele/9 Punkte, 12:9 Tore, 5.) bauen mit dem 3:2 (2:0, 0:1, 1:1) gegen den EHC Straubing (6 Spiele/9 Punkte, 16:18 Tore, 8.) ihre kleine Heimserie auf drei Siege in Folge aus.

Zitierfähig, Teil eins: „Wie geht es? How’re you doing? Where do you come from?“ (Das hat Tyler Weiman zu Roland Aumüller gesagt, bevor ihm Roland Aumüller eine zehnminütige Disziplinarstrafe verpasst hat – behauptet zumindest Tyler Weiman)

Die Statistik: Jason Jaspers hat noch kein Tor erzielt, Evan Kaufmann auch nicht. Gefühlt sind sie Topscorer. Kaufmann ist an der Bande erstaunlich durchsetzungsfähig, wirkt immer gefährlich. Das selbe gilt für Jaspers. Ihr Kollege Connor James hat dagegen schon dreimal getroffen, vor allem weil bislang immer die richtige Entscheidung getroffen hat. Trotzdem: Jame Pollock wird am Ende der Saison der beste Torschütze der Ice Tigers sein (Sie haben es hier zuerst gelesen, wollte ich eigentlich schon in den Bold Predicitions, recht viel mehr als das, ist mir aber nicht eingefallen). Die Angreifer werden die Tore gerecht unter einander aufteilen und Pollock fleißig weiter von der blauen Linie treffen. Prognose: 23 Tore.

Die Wende: Vor nicht allzu langer Zeit wurde hier das TOR gekürt. Gemessen daran ist Jason Jaspers gegen Straubing die VORLAGE gelungen. Was für eine Energieleistung, so viel Können. Jaspers ist ein Play-off-Monster, nirgendwo weiß man das besser als in Nürnberg. Mit dem Straubinger Ausgleich hatten für ihn eineinhalb Minuten vor Beginn der Verlängerung die Play-offs begonnen. „Jaspers hat den Killerinstinkt“, sagt Jeff Tomlinson. „Es war ein geiles Eishockey-Spiel (an awesome hockey game). Wir müssen noch besser werden“, sagt Jason Jaspers.

Zitierfähig, Teil 2: „Ich bin sehr zufrieden, dass die Jungs den Fokus nicht verloren haben. Nach dem Tor war auf der Bank so eine Ruhe, so ein Selbstbewusstsein.“ (Jeff Tomlinson über die Stimmung auf der Bank nach Tyler Beecheys 2:2)

Guter Stil: Das Power-Play? Variantenreich, beweglich. Tyler Weiman? Herausragend im Stellungsspiel, grandiose Reflexe, immer ruhig, immer souverän und schlagfertig (siehe oben). Besonders imposant aber bleibt das Unterzahlspiel? Die Ice Tigers haben mit Rupprich, Buzas, Ehliz, Jaspers, Butenschön, Borer, Festerling und Leask echte Spezialisten. Ihnen bei der Arbeit zuzusehen, macht richtig Laune, hätte man auch nicht gedacht, dass man das mal über Penalty Killing schreibt. Wundersam bleibt nur, warum sich die Mannschaft bei numerischer Gleichzahl oftmals so schwer damit tut, sich mit aller Konsequenz zu befreien.

Schlechter Stil: Natürlich, die Nummer mit den sechs Mann war peinlich. So manches Mal hätten sie auch auf der anderen Seite den Arm heben können. Trotzdem war es eine anständige Schiedsrichterleistung, vor allem, wenn man bedenkt, dass die Schiedsrichter Ulpi Sicorschi und Roland Aumüller hießen. Pollock hakt im Straubinger Gegenangriff nach, Nowak checkt Ehliz den Weg frei, Jaspers fährt sein Knie aus – die Strafen waren allesamt in Ordnung. Und Tyler Weimans Grinsen (siehe oben) offenbarte auch, dass er Aumüller vielleicht doch noch etwas anderes gefragt hat. Dieses eine Mal war „Aumüller raus“ also absolut unpassend und der langweilige und berechenbare Volkszorn in Nürnberg über vermeintliche schlechte Schiedsrichterleistungen allmählich unerträglich.

Nicht dabei: Vitalij Aab (Schultereckgelenkssprengung) und Yan Stastny – warum wollte allerdings niemand präzisieren. Am Samstag war er noch auf dem Eis, am Dienstag ist er es vielleicht schon wieder. Dass ich tatsächlich im Zeitungsartikel vergessen habe, das zu erwähnen, ist unentschuldbar und peinlich. Steven Reinprecht war auch nicht mit dabei, dafür wahrscheinlich schon auf dem Weg zum Flughafen. Gegen Düsseldorf soll er spielen, wenn er das auch will.

Zitierfähig, Teil 3: „I saw you dancing und pu…“ (Jason „Radio“ Jaspers nach dem Spiel zum Twistman, es war witzig, aber zugleich so unappetitlich, dass dieses Zitat hier nicht vollendet werden soll)

Nebenbei: Ein Trainer, der in beiden Auszeiten versucht hat, seiner Mannschaft etwas mit auf den Weg zu geben, das hat es in Nürnberg auch länger nicht gegeben.

Unsung three stars: Rupprich und Buzas mögen die große Chance, mit Reimer bzw. Chouinard spielen zu dürfen, nicht zu ihrer vollsten Zufriedenheit genutzt haben, was die beiden in Unterzahl leisten, ist und bleibt aber sensationell. Und auf Borer trifft dieses Prädikat selbst an normalen Tagen wie diesem Sonntag ohnehin zu – siehe auch: E wie Eishockeygott.

4 Kommentare in “Spiel 4: How're U doing, Roland Aumüller?

  1. sorry, aber das war mal wieder eine der „grandiosesten“ schiri-leistungen der letzten jahre ! ich habe kein problem mit den strafen, die das duo aumüller/sicorschi gegeben hat, das nur vorneweg, aber ich habe ein riesenproblem mit der verteilung der strafen ! wenn man kleinlich pfeifft, dann bitte auf beiden seiten, da waren viele situationen dabei, in denen die straubinger mit „diving“ versucht haben, die gunst der stunde auszunützen.
    und auch wenn du jetzt nonchalant schreibst, das du das notorische nürnberger gejammer über schiri leistungen nicht mehr hören kannst: ich bin gespannt, wie du das siehst, wenn so eine „leistung“ in einem spiel 7 einer playoff serie geboten wird … ich finds nicht lustig !

  2. So soll es sein, eine Diskussion… gut, zwischen zwei Diskutanten, aber das muss ja nicht so bleiben. Zunächst einmal grundsätzlich: Es ist eine Nürnberger Eigenart, dass in der Arena eine Bombenstimmung nur dann herrscht, wenn der Schiedsrichter vermeintlich mies pfeift. Natürlich kommt das immer noch viel zu oft vor, das will ich keineswegs bestreiten – und das Vier-Mann-System hat das sicher nicht besser gemacht. Und über Aumüller habe ich mich schon so oft abfällig geäußert (zum Beispiel hier: http://blog.nn-online.de/7blogger/2011/02/20/aumuller-deutscher-meister/), dass es mich selbst schon langweilt. Am Sonntag aber hat sich vor allem gezeigt, dass sich die Ice Tigers viel zu viele kleine Fouls leisten – und diese Meinung habe ich sicher nicht exklusiv. Coach Tomlinson hat nicht über die Schiedsrichter, sondern alleine über seine Mannschaft geschimpft. Zum Thema Diving nur so viel: Die ansonsten grandiose Leistung des Spielers mit der Nummer 9 hat alleine sein Hang zu flotten Fallen gerübt. Diving ist kein Nürnberger oder Straubinger Problem, sondern ein Problem der Liga. So keine Zeit mehr, Redaktionskonferenz. Bis später.

  3. Eishockey-Rumpel-Clu… nein, das macht es nicht besser. So etwas kommt raus, wenn man bloggt, während Rocher und Böhnana mutiges Fernsehen machen. Meine Schuld, vielen Dank für den Hinweis, der Fehler ist bereits korrigiert in: ESC Straubing.

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