24 Stunden Bad Tölz

 Das Wetter war grauenhaft, die Temperaturen in der Trainingshalle der Hacker Pschorr-Arena erinnerten eher an den Ural als an Bad Tölz, die ersten 24 Stunden Eishockey der neuen Saison aber waren durchaus vielversprechend. Erste Eindrücke von den Thomas Sabo Ice Tigers 2011/2012, live gebloggt von der Terrasse des Tölzer Hofs:

  • Diese Ice Tigers lachen wieder, auf dem Eis, in der Kabine, im Restaurant, an der Tischtennisplatte. Enge Beobachter behaupten, dass die Stimmung 2011 besser ist als die Stimmung im Vorjahr. Natürlich liegt das an einzelnen Personen, Spaßvögeln wie Martin Walter und Jame Pollock. Aber auch Tim Schüle und Alexander Oblinger reißen Sprüche, verbreiten gute Laune. Und mittendrin ist Jan Benda, 39 Jahre jung. Der Routinier nimmt junge Spieler auf dem Eis in den Arm, redet mit jedem, bejubelt spektakuläre Treffer – auch wenn er sie nicht selbst erzielt hat. „Vielleicht“, meint Andreas Brockmann vielsagend, „hat uns das letzte Saison ein bisschen gefehlt.“ Auch die Trainer scheinen dazu gelernt zu haben – doch dazu später mehr.
  • Ganz wichtig für alle Online-Ice Tigers, Nerds und andere Foren-Spekulanten: die ersten Reihenzusammenstellungen, aktuell vom Vormittagstraining am Dienstag:

Frosch/Chouinard/Aab

Collins/Benda/Joseph

Fischhaber/G. Leeb/B. Leeb

(und, wie zuletzt in der Nationalmannschaft:)

Oblinger/Barta/Grygiel

Butenschön/Pollock

Lindlbauer/Traynor

Walter/Leask

Schüle/Abeltshauser

  • Apropos Abeltshauser: Neben dem nicht mehr ganz so jungen Benda haben die Ice Tigers einen weiteren Trainingsgast. Konrad Abeltshauser (San Jose Draftpick 2010) spielt aber leider nicht auf Probe, sondern auch weiterhin für Halifax. Weil die Mooseheads aber erst in einer Woche ihr Training-Camp starten, hält sich der groß gewachsene, dennoch bewegliche und laufstarke, vor allem aber noch immer erst 18 Jahre alte Verteidiger in Bad Tölz fit und traininert Abends mit dem Oberligisten und am Vormittags mit dem befreundeten DEL-Klub. Sehr zum Kummer übrigens von Dusan Frosch, der im Eins-gegen-Eins mehrmals an Abeltshauser hängenblieb.
  • Weitere Auffälligkeiten: Brad Leeb hat wieder Freude am Eishockey, ist bislang der auffälligste Stürmer, topfit und motiviert (Wohlwollende Interpretation: Er will das schwache Vorjahr vergessen machen. – Bösartige, aber wahrscheinlich nicht ganz unzutreffende Interpretation: Brad Leebs Vertrag läuft aus, es ist an der Zeit, mal wieder Leistung zu zeigen). Alexander Oblinger hat einen sensationellen Schuss, diese Erkenntnis ist für regelmäßige Beobachter des Trainings nicht ganz neu, für Spielbeobachter schlichtweg nicht nachvollziehbar. Oblinger war in seiner ersten DEL-Saison ein Chancentod, in diesem Trainingslager aber wirkt es so, als würde er seinen Schläger wieder lockerer in den Handschuhen halten.
  • Zurück zur guten Stimmung: Während des Aufstiegs zum Hüttenabend am Donnerstag wollten mehrere Spielern den jungen Kühen auf den Wiesen die Kuhglocken entfernen – bis der einheimische Trainer Brockmann eingriff. Am Dienstag stand genau solch eine Kuhglocke dann im Mittelkreis. Brockmann hatte sie sich von Lorenz Funk senior (der fast jede Trainingseinheit in kurzen Hosen verfolgt: „Ich trag so lange kurze Hosen, bis endlich Sommer ist“) besorgt – und damit für den ultimativen Stimmungshöhepunkt gesorgt. Brockmann rief zum Penalty-Schießen auf, wer traf, durfte sich an die Bande stellen und die Kollegen mit Muuh-Rufen anfeuern. Wer scheiterte, musste es aufs Neue probieren. Kandidaten für kommende Penalty-Schießen, weil im ersten Versuch erfolgreich: Schüle, Oblinger, Benda, Collins, Barta, Leask, G. Leeb, Fischhaber, Ehliz und, außer Konkurrenz, Abeltshauser, der per Forsberg-Trick traf. Eher nicht geeignet: Aab und Lindlbauer, die bis zuletzt im Mittelkreis standen. Träger der Kuhglocke am Band und umjubelter Läufer einer eher zweifelhaften Ehrenrunde: Martin Walter. Muuh.

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