Neururer? Matthäus? Daum!

  Was für ein Zufall. Kaum wackeln die ersten Trainerstühle in der Bundesliga (siehe dazu auch den umfassenden Überblick morgen in den Nürnberger Nachrichten), gibt er schwupps! das erste Interview.

Nein, die Rede ist nicht vom stets nervenden unterschätzten Peter Neururer, sondern von Christoph “Schnee von gestern”-Daum, der im Sommer 2010 nach seinem zweiten Gastspiel bei Fenerbahçe Istanbul ging/gegangen wurde.  Natürlich hatte Daum anschließend “interessante Angebote”, nur leider aus dem Ausland und nicht aus der von ihm so sehr gewürdigten Bundesliga, die völlig unverständlich die Fähigkeiten des verhinderten Bundestrainers nie so recht zu würdigen wusste.  Nun also meldet er sich zurück, lobt Ottmar Hitzfeld (Hallo München!), ätzt gegen Kloppo (Hallo Schalke!) und erinnert ein wenig an den unsäglichen Auftritt vor fünf Jahren, als wir damals über Daum in Bademantel und mit Infusionskanüle vor den Kameras schrieben:

„Wie eine Dirne im Schaufenster präsentierte er sich auf der peinlichen Pressekonferenz zwischen Patienten in Bademänteln, mit Tropfgestänge in der Hand. Ärztliche Bedenken hielten ihn angeblich davon ab, das fürstlich dotierte Jobangebot der Kölner anzunehmen. Doch die eigentliche Botschaft lautete: Liebe Erstligisten, Ruft! Mich! An! Pech nur, dass Hamburg seinen Trainer mittlerweile unter befristeten Artenschutz gestellt hat, Schalke an allen Maulwurfshügeln vorbei an die Tabellenspitze stürmt und Dortmund zurzeit mehr mit einer geklauten Fahne denn mit einer Trainerdiskussion beschäftigt ist.
Und siehe da, plötzlich ist der verschmähte Job in Köln ein Herzenswunsch. Was so einsame Tage im Krankenhaus ohne Handygeklingel und Besuch nicht alles bewirken.” (NN 20. 11. 2006)

 Fast noch mehr aber beunruhigt, dass die Chaos-Vereine von einst die Chaos-Verein von heute sind, minus Dortmund natürlich.Daum erklärte übrigens in dem Interview , dass er die Zeit seit dem Sommer genutzt habe, um sich im Ausland weiterzubilden. Kann ja nie schaden, zumal er damit allein Neururer (0 Trainerstationen im Ausland) weit, weit hinter sich lässt – aber an Lothar Matthäus (mehr Ausland, mehr Scheidungen) reicht auch er nicht heran.