Gute Saison, ne?

Am Wochenende hat Lukas Podolski das nach seinem Dafürhalten schönste Tor seiner Karriere erzielt. Zumindest war sein 1:0 gegen den SC Freiburg wichtig für den 1. FC Köln, der sich im Abstiegskampf etwas Luft verschaffen konnte. Wann Martin Bader das schönste Tor seiner Karriere erzielt hat, entzieht sich unserer Kenntnis.

Dafür wissen wir aber, wann Martin Bader zuletzt einer Tageszeitung ein Interview gegeben hat: am Montag, den Nürnberger Nachrichten. Was wir auch wissen: Wann Lukas Podolski sein erstes Fernsehinterview gegeben hat. Es war ein kalter Abend in Rostock, Podolski trug Mütze und schoss damals nicht sein schönstes, aber sein erstes Tor für Köln. Und je häufiger man sich dieses Gespräch

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dann zu Gemüte führt, umso glücklicher ist man, dass Martin Bader zumindest in dieser Hinsicht nicht dem jungen Podolski ähnelt. Selbst in der fast schon podolskiesken Begeisterung, die sie am Valznerweiher derzeit alle milde den Winter weglächeln lässt, drückt sich der Sportvorstand des 1. FC Nürnberg doch um Welten eloquenter aus. Außerdem verrät er, warum er notfalls sogar einen Abstieg des VfB Stuttgart verschmerzen könnte. Eines Vereins also, für den Bader schwärmte, als er in etwa so alt war wie Podolski bei seinem ersten Fernsehinterview. Es war in einer Zeit des jugendlichen Leichtsinns. Es war also zu einer Zeit, in der Menschen Fehler machen. Vielleicht ist es das, was man bis jetzt lernen konnte aus zwei so verschiedenen Leben; aus den Leben von Lukas Podolski und Martin Bader. Was die beiden jetzt wieder vereint? Die Freude über eine gute Saison, ne?