Zeugnisabgabe

nietnagel

Same procedure as every year: Ein ganzes Zeugnis, das ist uns wie jedes Jahr zu viel, noch dazu nach diesen Playoffs. Deshalb brauchen wir Eure Hilfe, oder präziser, Eure Noten und, wenn Ihr Zeit und und Lust dazu habt, auch Eure Bewertungen. Eure Gesamtnote werden wir dann mitsamt den witzigsten, kompetentesten oder überraschendsten Bewertungen am Samstag in den Stadtausgaben der Nürnberger Nachrichten und der Nürnberger Zeitung veröffentlichen. Schreibt Noten und Bewertungen bitte in die Kommentare (eine Unterscheidung zwischen Punkterunde und Playoffs werden wir diesmal nicht vornehmen). Und um die folgenden Spieler geht es diesmal: Weiter lesen

Spiel sechs: Meister der Schmerzen

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Und doch, diese Ice Tigers haben Geschichte geschrieben: Das 7:1 gegen Iserlohn war wahrscheinlich das dominanteste Eishockey-Spiel, das diese Arena je gesehen hat (mal abgesehen vom 1:10 von Check Noris gegen die Kampfkarpfen Fürth). Die Schilderung des 5:4 gegen Wolfsburg wird mindestens eine Generation von Enkeln nerven. Wahrlich unglaublich war aber nur, was passierte, als alles vorbei war. Ein weiterer zum Scheitern verurteilter Versuch, den Playoff-Wahnsinn in Nürnberg und dessen abruptes Ende zu beschreiben. Weiter lesen

Spiel fünf: Oh, captain, my captain

Zink/CP24

Zink/CP24

Der Moment, in dem der Baumarkt explodiert. Der Blick zur Anzeigetafel, 91. Minute. Die eingefallenen Gesichter vor der Kabine. Das grenzenlose Unverständnis beim Betrachten der Wiederholung im rasenden ICE. Eine Sekunde habe ich heute an dieses unglückselige Spiel vor zwei Jahren zurückdenken müssen. Auch wenn ich nur ein klein wenig empfänglich bin für Aberglauben, wusste ich aber, dass das Eishockey-Karma, diesen Schlittschuhtreffer am 8. April 2016 ausgleichen würde. Noch so ein Spiel, dem Worte nicht gerecht werden. Versuchen wir es trotzdem. Weiter lesen

Spiel vier: Sieh mal, Tyler, da liegt der Puck

Sportfoto Zink/Matthias Winter

Sportfoto Zink/Matthias Winter

Ein Stehplatz in einem Playoff-Heimspiel in Nürnberg: 18 Euro. Ein Stehplatz in einem Playoff-Heimspiel in Wolfsburg: 21 Euro. Zu sehen, wie David Steckel in all seiner Liebenswürdigkeit dem kurze Zeit etwas verloren wirkenden Tyler Haskins zeigt, wo genau der Puck liegt, nachdem ihn Sasa Martinovic zum 5:4 ins Tor des EHC Wolfsburg geschossen hat: unbezahlbar. Weiter lesen

Spiel drei: Eishockey ist, na, Sie wissen schon

Rob Wilson kam noch einmal zurück. „Guys“, begann er, „off records.“ Legt den Stift aus der Hand, beendet den Aufnahmemodus eurer Smartphones, sollte das heißen. Natürlich werde ich mich daran halten, dabei ging es für den Eishockey-Trainer nur um Vergewisserung. War seine Mannschaft gerade eben nicht zum zweiten Mal in Folge die bessere? Hatte er das so falsch wahrgenommen? Nein. Aber: So ist Eishockey eben. Und, off records: Manchmal ist Eishockey einfach Scheiße. Noch mehr tiefschürfende Playoff-Wahrheiten? Bitte sehr, die sind nur einen Klick entfernt.

Ein Satz, ein Stockschlag

  • Für die Ice Tigers spielen Reinprecht, Reimer, Heatley, Pföderl, Joslin, Klubertanz, Foster, Murley, Segal und Ehliz – trotzdem haben sie seit 280 Playoff-Minuten kein Power-Play-Tor geschossen.
  • Mit einer Power-Play-Quote ist weltweit noch nie eine Mannschaft in ein Playoff-Finale eingezogen.
  • Also, sehr wahrscheinlich.
  • Ich habe noch nie ein Spiel gesehen, in der eine Mannschaft (Nürnberg) so aktiv, zuweilen dominant war und trotzdem keine Chance hatte, ein Tor zu erzielen.
  • Ich habe selten ein Spiel gesehen, in der sich eine andere Mannschaft (Wolfsburg) so sicher sein konnte, mit einem zynischen System erfolgreich zu sein.
  • Und ich kann mich an kein Spiel erinnern, dass so schnell und zugleich so ereignislos war.
  • In der NHL waren bislang einhunderteinundachtzig Teams durch ein 0:3 vom Ausscheiden bedroht, nur vier davon gelang es, die Serie noch mit 4:3 zu gewinnen.

  • Nach drei Niederlagen vier zu Spiele zu gewinnen, halte ich in der DEL für ausgeschlossen – wenn eine Mannschaft dazu fähig ist, dann diese.
  • Es tut weh mitansehen zu müssen, wie Patrick Reimer, dieser großartige Eishockey-Spieler und nebenbei sehr pfundige Mensch, in den Playoffs an sich selbst verzweifelt.
  • David Steckel ist ein Unterzahlspezialist, Dany Heatley war ein Power-Play-Spezialist und Mark Voakes ist ein Spezialist für Empty-Netter.

Das Spiel

Wolfsburg hat einen neuen Rekord für geblockte Schüsse und unerlaubte Weitschüsse aufgestellt. Meine Quellen kann ich nicht preisgeben, soll mir doch erst einmal einer das Gegenteil beweisen. Wenn man als neutraler Beobachter nicht ein unerklärliches Faible für empty net goals hat, war das ein unerfreulicher Eishockey-Nachmittag. Für Eishockey-Zyniker war es hingegen ein großes Vergnügen. In Spiel eins hatten die Wolfsburger die mentale und körperliche Müdigkeit Nürnbergs eiskalt ausgenutzt, seitdem lassen sie die Ice Tigers anrennen und an ihrer kompakten Defensive verzweifeln. Trotzdem: Im Gegensatz zu 2013 und 2014 wird Nürnberg nicht ausgecoacht. Sowohl am Freitag in Nürnberg als auch heute konnte man sehen, dass die Ice Tigers im Forechecking und auch im eigenen Aufbau taktisch bestens auf ihre Gegner eingestellt waren. Das 0:1 entstand aus einem Fehler, wie ihn die Ice Tigers auf der anderen Seite in Dutzenden erzwungen hatten. Kein Vorwurf an Casey Borer und Yasin Ehliz, aber diese eine Chance brauchte die erste Reihe um den omnipräsenten Sebastian Furchner, um dieses Spiel zu gewinnen. Davor und danach dominierten die Ice Tigers, ohne sich wirklich aussichtsreiche Chancen zu erarbeiten. So viel Aufwand, gar kein Ertrag.

Das Playoff-Monster

Marius Möchel hatte schon zwei große Momente, sogar Alexander Oblinger hat getroffen – da bleibt nur wenig Aufmerksamkeit für die anderen stillen, fleißigen Arbeiter. Dabei muss man diese Vorstellung Marcus Webers so wie viele zuvor nicht auf diese unsexy Attribute reduzieren. Der Verteidiger spielte ein 200-feet-game. Weber checkte alles, was sich bewegte, bis es sich nicht mehr bewegte. Weber pinchte. Weber rannte und rannte und rannte. Mit Ausnahme von Dany Heatley, von dem man durchaus erwarten darf, dass er all seine Routine, Übersicht und Torgefahr in solchen Spielen etwas nachdrücklicher einbringt (insbesondere nach dem Alleingang am Freitag), hatte kein Nürnberger tadelnde Worte verdient. Webers Leistung aber war beeindruckendsten.

Ehrenvolle Erwähnung: David Printz, der nach schwächeren Spielen wieder zu alter (auch läuferischer) Stärke fand; David Steckel, der das Bully vor Mark Voakes erstem Empty-Netter gewonnen hatte, von den Schiedsrichtern aber im Nachhinein dabei aber einer angeblichen Regelverletzung bezichtigt wurde; Patrick Reimer, der wieder unglücklich agierte, dessen Schüsse aber selbst in größter Verzweiflung stets gefährlich blieben.

Playoffs, Baby?

Offense wins games, defense championships, Ihr kennt das. Nur will das jemand sehen? Wolfsburg hat die richtigen Schlüsse aus dem Halbfinalkollaps vor einem Jahr gezogen, das ist legitim. Aber Respekt muss man vor dieser Spielweise sicher nicht haben. Von den eigenen Fans wurden sie dafür trotzdem gefeiert, das wäre in Nürnberg nicht anders gewesen. Mit einer spektakuläreren Spielweise wäre der Baumarkt aber vielleicht sogar mal ausverkauft gewesen. Das klingt ein wenig zu sehr nach einem enttäuschten Ice Tigers-Fan? Nein, das klingt nach einem Eishockey-Fan, der sich ein wenig mehr Spektakel und etwas weniger Wagenburg-Eishockey in den Playoffs wünscht.

Gerhard, die Rolle

Tyler Beskorowany ist die Nummer eins der Ice Tigers, das wird sich in diesen Playoffs wohl nicht mehr ändern. Und trotz der Auswahl und den ständigen Verweisen auf diese seltene Qualität ist das gut so. Beskorowany wirkte nur in Halbfinalspiel eins wacklig, seitdem gibt er seine Mannschaft jede Möglichkeit, Wolfsburg zu besiegen. Für Wolfsburg wurde nur ein Schuss weniger notiert. Das lag zum einen daran, dass ein Drittel, der Nürnberger Schüsse geblockt wurde und das zweite Drittel am Tor der Gastgeber vorbeiflog (Brandon Segal!). Für Beskorowany war das ein denkbar ungünstiger Spielverlauf. Trotzdem löste er alle Aufgaben mit Bravour. Oder: beinahe alle.

(Un)gesund gestrichen

Casey Borer hätte am Freitag schon wieder spielen sollen. Da war Marco Nowak aber noch nicht einsatzbereit, weshalb sich Rob Wilson zwischen Borer und Kurtis Foster hatte entscheiden müssen. Am Sonntag waren beide Verteidiger so fit, dass ein Playoff-Spiel nur noch ein kleines Risiko für ihre Gesundheit darstellte. Borer war vor allem in Unterzahl gefragt, mit beiden war Wilson ebenso wie zuvor mit Kurtis Foster (drei Punkte in drei Spielen) sehr zufrieden. Für Dienstag wird der Cheftrainer erneut seine Optionen prüfen. „Vielleicht brauchen wir mehr Offensive“, sagte Wilson – das spräche wiederum für Foster.

Ladies and gentlemen, this is your coach speaking

„Ich glaube, dass die Jungs daran glauben. Ich glaube wirklich daran, dass wir eine Chance haben. Ich glaube wirklich daran. Natürlich sind wir nicht blöd, wir wissen, dass es hart wird (it’s gonna be an uphill-race). Aber ich glaube daran.“

Spiel zwei: Das Pech des Tüchtigen

Foto: Roland Fengler

Foto: Roland Fengler

Casey Borer wurde in Viertelfinalspiel fünf durch einen late hit von Denis Schevyrin aus dem Spiel genommen. Seitdem hat er 195 Minuten Eishockey verpasst. Gerrit Fauser blutete das Ohr nachdem er Patrick Reimer geschubst hat. Seitdem hat er keine Minute Eishockey verpasst. Schevyrin bekam keine Strafe, Reimer fünf Minuten plus Spieldauer. Merkst du was, Deutsche Eishockey-Liga? Merkst du, dass es an der Zeit ist, die Interpretation von Regel 143 II und 143 III zu überdenken? Aber, widmen wir uns Erfreulicherem zu: Die Thomas Sabo Ice Tigers brauchen nach dem 1:3 weiterhin nur vier Siege, um wieder einmal ins Finale einzuziehen. Weiter lesen

Spiel eins: Playoff-Pause

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Es sind wohl noch immer Playoffs. Zumindest behauptet das die Deutsche Eishockey-Liga. Es fühlt sich aber nicht mehr an wie Playoffs. Stimmung wie einst beim Wurmbergpokal und eine Nürnberger Mannschaft, die schon irgendwie wollte, aber wohl nicht mehr konnte, die auf auf dieses 2:6 aber immerhin völlig unbeeindruckt reagierte. Der Höhepunkt des Tages verrät alles über diesen unerfreulichen Ausflug nach Wolfsburg: Wir waren in Pissen. Weiter lesen

Spiel sechs: Frohe Ostern!

halbfinale

Halbfinale, hej, hej! Halbfinale, hej, hej! Halbfinale, hej, hej! Halbfinale, hej, hej! Halbfinale, hej, hej! Halbfinale, hej, hej! Halbfinale, hej, hej! Halbfinale, hej, hej! Halbfinale, hej, hej! Halbfinale, hej, hej! Halbfinale, hej, hej! Halbfinale, hej, hej! Halbfinale, hej, hej! Halbfinale, hej, hej! (Den ultra-emotionalen Einstieg habe ich mir für den Sportteil der Nürnberger Nachrichten aufgehoben – deshalb: dringende Kaufempfehlung am Dienstag) Weiter lesen

Spiel fünf: Dann eben wie 2007

Das lange Warten nach dem schnellen Tor: Die Spannung schien sich mit jeder Minute zu potenzieren. Spannung hoch zwei hoch 59 (wer hier einen Mathe-Blog erwartet hat, weiß spätestens jetzt, dass er sich verklickt hat), oder so. Umso befreiender war der Jubel, als tatsächlich klar war, dass es tatsächlich Scott Kings eher zufälliger Treffer war, der den Ice Tigers zum zweiten Mal seit 1999 den Weg ins Finale geebnet hatte. Das 1:0 vom Karsamstag 2007 war vielleicht das spannendste Ice Tigers-Spiel in der Arena. Und wann findet Spiel sechs in der Viertelfinalserie gegen Iserlohn statt? Genau. Weiter lesen

Spiel vier: Sergio wer?

Foto: Sportfoto Zink/Matthias Winter

Foto: Sportfoto Zink/Matthias Winter

Eigentlich haben am Eingang heute die Jungs gefehlt, die sich so furchtbar hart finden, dass sie Vodka aus Flaschen trinken. Die, die die Baseballcaps mit dem Schirm seitlich auf den Kopf setzen, die, die die XXL-Footballtrikots tragen, die Hosen in der Größe von Günter Strack und obendrein verkehrt herum, die, die einen Arm aus dem Ärmel hängen lassen, die, die die nicht gehen, sondern Schlendern und sofort die Fäuste sprechen lassen, wenn man es wagt, den Blick in den ihrer Freundin zu richten. Ja, genau, die Jungs eben, die wir alle kennen von den Autoscootern dieser Welt, die Rächer aller Schulabbrecher, die das Gymnasiastenblut fließen lassen. Die Arena am Kurt-Leucht-Weg, sie war heute ein Autoscooter, einer, in dem es alle paar Sekunden krachte und schepperte. Aber es waren keine lächerlichen Plastikwagen mit Gummilippen, es waren große, starke, Thomas Sabo Ice Tigers, die aus Iserlohn nach zehn Minuten bereits jeglichen Mut herausgecrashed hatten, als kämen sie vom Seilersee-Gymnasium und hätten nicht nur in die Richtung der Frauen Oblinger, Segal, Steckel geblickt, sondern es gewagt, ihnen auf den Hintern zu starren. Das Ergebnis dieser 60 Minuten Kirmeshockey war verheerend für die Gäste: 7:1 (2:0, 2:0, 3:1) – und Iserlohn steht bereits am Abgrund des Playoff-Berges. (Ein gemeinsames Blogwerk von Christoph Benesch und Sebastian Böhm) Weiter lesen