22/52: Fucking awesome

Foto: Steffen Oliver Riese

Foto: Steffen Oliver Riese

Dieser Text hätte wieder einmal mit der vollkommen zutreffenden Feststellung beginnen können, dass wir Eishockey genauso wegen solcher Spiele lieben. Ehrlich aber wäre das nicht gewesen, ich zumindest brauche solch überbordende Spiele nicht, um diesen Sport zu lieben. Deshalb soll dieser Text mit dem Leuchten in Thomas Sabos Augen beginnen, mit der kindlichen Freude, die dieser Mann danach ausstrahlte. Man braucht diese Spiele nicht, um sich seiner Liebe zu vergewissern. Als Dauerkartenbesitzer aber braucht man solche Spiele vielleicht, um sich mal wieder darüber klar zu werden, warum man so viel Geld investiert. Und nach solchen Spielen sind die Fans, die Hunderte von Euros investieren, den Fans, die Millionen von Euro investieren, ganz nah. Dieses 6:5 hat keine Meisterschaft entschieden, es hat Menschen glücklich gemacht. Dieses 6:5 ist mit Worten nicht zu beschreiben, packen wir es an. Weiter lesen

20/52: Noch eine Auftragsarbeit

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Steffen Adam hatte Tränen in den Augen. Gut, das mag übertrieben sein. Dieser große Mann aber wirkte angefasst, naja, mindestens wehmütig. Stunden, ja, Tage hatte er in diesem Raum selbst bei Pressekonferenzen gesprochen. Und als er versonnen über die an diesem Abend nicht gebrauchte Sponsorenwand strich, da hätte man meinen können, er bedauere, den HC Erlangen verlassen zu haben. Dieses kurzweilige 5:6 bei den Ice Tigers wird der Geschäftsführer der Düsseldorfer EG hingegen schnell vergessen haben. Das galt auch für Rob Wilson und seine Mannschaft. Weiter lesen

19/52: Guter Grizzly, böser Grizzly

Foto: Steffen Oliver Riese

Foto: Steffen Oliver Riese

Da ist also dieser namenlose Gegner, der erfolgreich ist, aber nicht ernst genommen wird, so lange er nicht aus das letzte Spiel der Saison gewinnt und der es sich derweil zur Aufgabe gemacht hat, einen bestimmten Gegner zu demoralisieren; der immer an der Grenze des Erlaubten agiert und so oft auch darüber hinaus, dass er Schiedsrichter beeinflusst, ja, manipuliert; der in den wirklich wichtigen Spielen unbesiegbar ist; und der sich auf drei, vier Personen reduzieren lässt. Lange Zeit war das Mannheim für die Ice Tigers, doch in den letzten Jahren ist der EHC Wolfsburg an diese Stelle getreten und mit Pavel Gross, Tyler Haskins und Jeff Likens. Für die Fans mag diese Rivalität schmerzhaft sein, für den Klub ist sie langfristig ein Gewinn – für neutrale Beobachter ist sie es auch kurzfristig schon. Intensiver als dieses 4:2 geht es im November kaum.  Weiter lesen

15/52: Nürnberg in Ontario

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Eine Pause bewirkt Wunder. Den Kopf freibekommen. Zeit mit der Familie verbringen. Nach Lissabon fliegen mit Mannschaftskollegen, so wie Marius Möchel. Mit der Frau irgendwohin fahren, wo es ruhig ist und es auch nicht den Journalisten verraten – sonst ist es da ja nicht mehr ruhig, so wie Rob Wilson. Zur Schwester nach Köln fahren und mit den Nichten spielen, so wie Patrick Buzas. Monatelang nicht mehr über Eishockey berichten, so wie ich. Ja, wir hatten heute etwas gemeinsam, die Ice Tigers und der einsame, bebrillte Sportjournalist in der Winterjacke. Es war ein bisschen auch ein Sieg für mich. Weiter lesen

13/52: Schimm, das ist alles so schimm

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Neue Idee für einen Motto-Spieltag: Die Beach Party vor einem oder zwischen zwei Handballspielen. Die passenden Trikots lägen bereit, gesucht wird das beste Strand-Outfit und Willi Schimm darf in den Drittelpausen die Cocktails servieren. Ja, kuschelig warm war diese Red Night, vielen Dank noch einmal für den wunderbaren, ja, märchenhaften Handball-Boom in Erlangen, ähm, Nürnberg, Erlangen, whatever. Erstaunlich, dass dabei noch ein vernünftiges Eishockey-Spiel rausgekommen ist. Weiter lesen

11/52: Eine Ehrenrunde für alle

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Am 21. Oktober, um 21:47 Uhr, da konnten sie zum ersten Mal in dieser DEL-Saison alle zufrieden sein: die Ice Tigers- und die Eishockey-Fans, die Erfolgs- und die Objektivfans, die Aumüllerraus- und die Blinder-dou-Fans, die Syvret- und die Mebus-Fans, der Cheftrainer und der Mann, der tatsächlich Thomas Sabo heißt (an diesem Abend aber nicht in der Arena weilte). Selbst Jochen Reimer dürfte nach dem 5:2 bester Stimmung gewesen sein, über ein Eigentor kann dieser humorbegabte Mensch nur lächeln. Und auch die Männer, die auf Tiger starren, wollen nicht klagen, weil es immer angenehmer ist, über Heimsiege zu schreiben als über Spiele, die zu Heimsiegen hätten werden müssen. Weiter lesen

Die großen Zehn (und eine neue Verlosung)

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Eine solche Liste ohne Johnny Craighead? Ohne Daryl Coldwell? Ohne Andrej Mezin? Ein weiterer Beweis dafür, dass die Männer schon längst nicht mehr auf Tiger starren. Ist ja auch nur schwer möglich aus dem VIP-Raum. Und überhaupt: Was soll das sein, eine Sonne Bingold? Weiter lesen

10/52: Wir kaufen noch ein „e“

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Da kommen 85 Hamburger vorbei – und plötzlich war Stimmung in der Bude. Nein, mal ehrlich, das hat großen Spaß gemacht an diesem Nachmittag. Ich kann mich nicht erinnern, Mitte Oktober schon einmal ein solch rundes Spiel erlebt zu haben (wenn man von korrekter Defensivarbeit mal absieht). Das lag womöglich auch am Spiel selbst. Eishockey, Nürnberg, Mannheim – das war auch zum 119. Mal eine unterhaltsame Kombination. Weiter lesen

8/52: Frust

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Eishockey ist teuer, heißt es. Eishockey ist eigentlich nicht bezahlen. Die Fixkosten sind zu hoch, die Einnahmen zu gering. Eishockey ist teuer. Nur wird damit nie die andere Seite berücksichtigt. Eishockey ist schließlich zunächst einmal für all jene teuer, die in eine Stehplatzkarte, zwei Bier und Drei im Weckla 30 Euro investieren. Und das öfter als 26 Mal im Jahr. Natürlich erwirbt niemand dadurch den Anspruch auf ein spektakuläres Spiel, aber jene 3583 Menschen, die nicht nur gegen Mannheim kommen, sondern eben auch gegen Fischtown, die durften sich an diesem späten Sonntagabend durchaus veralbert fühlen. (Und trotzdem bin ich mir ziemlich sicher, dass man an dieses peinliche 2:3 im Februar nicht mehr erinnern wird.) Weiter lesen