Das Zeugnis (vielen Dank an alle)

Alle machen es: Fans, Journalisten, insgeheim auch Trainer und Manager. Noten zu vergeben, noch dazu in einer komplexen Sportart wie Eishockey, ist weiterhin unfair und denkbar subjektiv. Weil es aber auch weiterhin großen Spaß macht, haben wir die Leser unseres Eishockey-Blogs aufgerufen, uns zu unterstützen. Womit wir nicht gerechnet hatten, war die Zahl der Antworten: 49 Fans der Ice Tigers haben umfangreiche Zeugnisse geschrieben. Nach streng wissenschaftlichen Maßstäben mag das nicht repräsentativ sein. Nach unseren Maßstäben ergibt das ein ansehnliches Attest über die Bewertung der Leistung eines Spielers in der Öffentlichkeit. Und weil so viele Begründungen kein bisschen weniger kompetent und witziger ausgefallen sind als unsere eigenen Einschätzungen, haben wir zusätzlich zur Fannote (in schwarz) und der Journalistennote noch die schönsten Fankommentare hinzugenommen. Weiter lesen

Das Jahreszeugnis der Ice Tigers

taftBegeistert sind wir von all den Reaktionen, vom Lob, vom Dank für unsere Arbeit. Ja, wir sind auch deshalb sehr traurig, dass diese Eishockey-Saison am Freitagabend in Mnnhm zu Ende ging. Aber wir wollen auch etwas zurückgeben von all den warmen Worten und Euch, liebe Leser, miteinbeziehen in unsere Berichterstattung. Mehr noch, Ihr dürft mit uns Lehrer spielen.
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Und es war Sommer VIII

Ich bin müde. Gleich trete ich den Sommerschlaf an. So wie alle Ice Tigers, so wie fast immer nach dem Ende des Viertelfinales. Im Gegensatz zu 2001, 2002, 2003, 2004, 2005, 2006, 2008 und 2014 muss man diesmal jedoch feststellen: So darf man schon einmal ausscheiden. Weiter lesen

Viertelfinale, Spiel vier: Stark, aber nicht stark genug

Foto: Zink/Matthias Winter

Foto: Zink/Matthias Winter

Liam Klubertanz wollte unbedingt hinein in diese Kabine. “I said: no”, mahnte seine Mutter und Liam Klubertanz, so etwas wie der coolste Junge unter den Ice-Tigers-Kindern, schmollte, diesen grünen Zettel in seiner Hand. Aber Liam Klubertanz ist nicht nur der coolste, er ist auch der cleverste Ice-Tigers-Junge. Und so näherte er sich immer näher an die offene Kabinentür an, indem er so tat, als wolle er dem klatschnassen, glatten Betonboden noch mehr Quietschlaute in allerlei Tonhöhen mit seinen neuen Turnschuhen entlocken. “Liam”, mahnte seine Mutter von hinten wieder, “you will not go inside.” Und dann sah er ihn durch seine große, schwarze Brille: seinen Papa, in langen Unterhosen und Flipflops schlappte er Richtung Kabinenausgang und winkte Liam heran. Und Liam Klubertanz zeigte, dass er wahrscheinlich auch das schnellste Ice-Tigers-Kind ist: ein kurzer Sprint und schon lag er in den Armen von Kyle Klubertanz, Verteidiger der Ice Tigers, der gerade eben Spiel vier der Viertelfinalserie gegen die Adler Mannheim mit 0:3 (0:0, 0:2, 0:1) verloren hatte. Liam Klubertanz konnte Trost gebrauchen, immerhin hatten die Ice Tigers die stärkste Partie dieser Serie gezeigt – aber trotzdem verloren. Wenig später aber konnte Kyle Klubertanz schon wieder lächeln: Liam reichte ihm nämlich den grünen Zettel, auf den er seinen Papa gemalt hatte mit dieser Glatze und dem rauschigen Vollbart, wie er gerade ein Tor schießt. Das Tor schießt. Wir werten es nun einfach als Zeichen und hoffen: Liam Klubertanz ist auch das Ice-Tigers-Kind mit den hellseherischen Fähigkeiten (eine Gemeinschaftsarbeit von Christoph Benesch und Sebastian Böhm). Weiter lesen

Viertelfinale, Spiel drei: Null aus zehn

Notorisch surrte das Schwungrad vor sich hin, das Jochen Reimer mit viel Wut im Bauch unermüdlich antrat. Der Goalie der Thomas Sabo Ice Tigers versuchte ihn irgendwie herauszuradeln auf dem Ergometer, den Frust über dieses ernüchternde 1:6 (1:2, 0:2, 0:2) gegen Mnnhm. “Für Jochen tuts mir besonders leid heute”, sagte sein Bruder Patrick, denn am Torhüter hatte es sicher nicht gelegen, dass Spiel drei dieser Viertelfinalserie gehörig daneben gegangen war. Anstelle des ersten Auswärtssieges hagelte es eine Klatsche. Doch, fand Martin Jiranek, der Coach: “Es ist auch nicht mehr als ein Spiel.” Das ist eben auch das gute an den Playoffs. Trotzdem steht es nun 1:2. Weiter lesen

Viertelfinale, Spiel zwei: Timmy bedankt

timmy

Foto: Zink/Matthias Winter

Es war immer mal wieder laut in der Arena Nürnberger Versicherung, einschüchternd laut – als Tschechien gegen die Schweiz gespielt hat zum Beispiel oder GHP Bamberg gegen Olimpia Ljubljana. Von diesen Spielen musste man schwärmen, wenn wieder einmal jemand behauptet hatte, dass in diesem Zweckbau überhaupt keine Stimmung aufkommen könne. Soeben kann man sich auch auf den 13. März 2015 berufen. Es hatte sich schon im Frühjahr 2014 angedeutet, jetzt ist die Mannschaft nachgezogen: Nürnberg kann Playoffs. Und egal, was in dieser Serie gegen Mnnhm und darüber hinaus noch passieren mag – diese Feststellung wird dieses Frühjahr überdauern. Weiter lesen

Viertelfinale, Spiel eins: Zwei. Sieben. Acht.

Wieder ruht der Laptop auf meinen Knien. Wieder rasen wir durch die Nacht. Diesmal auf der A6. Wieder lassen wir eine Niederlage hinter uns. Und wieder war ich der Berichterstatter, so wie in Mannheim vor zehn Tagen und so wie in Berlin. Aber kann es tatsächlich an mir liegen, dass diese Ice Tigers auf fremdem Eis ohne Mut, ohne Tempo und ohne den unbedingten Glauben an den Sieg auftreten? Dass diese vor zwei Tagen noch so mitreißend und leidenschaftlich aufspielende Mannschaft die große Chance auf einen big point so leichtfertig hat liegen lassen? Tja, wahrscheinlich liegt es an mir. Eine sinnvolle Erklärung für den gravierenden Unterschied zwischen Auswärts- und Heim-Ice Tigers drängt sich schließlich kaum auf. Weiter lesen

Spiel 3: …und Roman tanzt

nitebb

Dieser Versuch eines maximal emotionalen Einstiegs könnte von jedem der 5902 Zuschauer in der Arena handeln, von jedem Freund der Ice Tigers, der an diesem 8. März dazu gezwungen war, vor dem Fernseher oder unserem Live-Blog mitzufiebern. Er handelt aber von einem jungen Mann, der den Ice Tigers mindestens zweimal die Woche hinterherreist, der tausende Kilometer auf der Autobahn verbringt, nicht selten alleine, der als Pressesprecher dieses Klubs sein Geld damit verdient, der das allerdings niemals zu einem Job herabqualifizieren würde. Als der Puck um 17.34 Uhr endlich im Berliner Tor lag, hat Roman Horlamus nicht nur gejubelt, er ist explodiert. Roman hat geschrien, geklatscht, er ist gesprungen – und er hätte wohl alle umarmt, wenn er sich nicht auf einer Pressetribüne befunden hätte, auf der Journalisten peinlich genau darauf achten, nicht für Fans gehalten zu werden. Von diesem 3:2 werden wir nicht die Entstehung des Tors in Erinnerung behalten, sondern einzig und allein den explodierenden Roman an unserer Seite. Zum Blog (heute von Christoph Benesch und Sebastian Böhm):

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Spiel 2: Endlich wieder Eishockey

welli

Wir wollen nur mal kurz rüber. Dann kommen wir auch wieder. Ehrenwort. Merke: Man sollte einen Blog-Eintrag nicht auf der Bornholmer Brücke beginnen. Vor allem, weil wir ja nicht mehr zurückkehren. Diese vermaledeiten Hoffnungs-Playoffs sind ja nur die Karikatur von Playoffs. Typische Nürnberger Sicht? Vielleicht. Trotzdem war es ein großartiger Eishockey-Abend. Warum? Das lesen sie hier. Weiter lesen

Spiel 1: Playoffs, Kleinkind! (Update)

themallEin wunderbares Eishockey-Spiel, ein Hattrick, ein Torrekord, Kampf, Leidenschaft, Rückschläge, Blut. Man nennt es auch: Playoffs (oder vorerst noch Pre- oder Vor- oder Mini-Playoffs). Aber keine weitere Vorrede. Es gibt zu viel zu erzählen über dieses unerwartete 6:2 gegen den siebenmaliger Deutschen Meister. Packen wir es an: (jetzt mit engebetteten Tweets, weniger Fehlern und kleineren Ergänzungen) Weiter lesen